Prognose

Hinsichtlich ihrer Prognose lassen sich Patienten aufgrund der Zahl ihrer Risikofaktoren unterschiedlichen Prognosegruppen zuordnen. Folgende Parameter sind mit einer ungünstigen Prognose assoziiert und erlauben die Unterscheidung von vier Patientengruppen mit unterschiedlicher Prognose (IPI: internationaler prognostischer Index; The International Non-Hodgkin’s Lymphoma Prognostic Factors Project, 1993):

 

  • Alter > 60 Jahre
  • Stadium III und IV
  • 1 extranodaler Befall
  • schlechter Allgemeinzustand (ECOG = 2)
  • hohe LDH (> oberer Normalwert).

 

 

Folgende Risikogruppen werden unterschieden:

 

  • niedriges Risiko: 0 oder 1 Risikofaktor
  • niedrig-intermediäres Risiko: 2 Risikofaktoren
  • hoch-intermediäres Risiko: 3 Risikofaktoren
  • hohes Risiko: 4 oder 5 Risikofaktoren

 

In der Subgruppenanalyse der Patienten <60 Jahre wird meist der „age-adjusted“ (altersadaptierte) IPI (aaIPI) angewendet, bestehend aus Stadium, Performance Status und LDH. Dabei ist bereits das Vorliegen eines einzigen Risikofaktors prognostisch relevant, allerdings gelten > 1 extralymphatischer Befall bei aaIPI nicht als unabhängiger prognostischer Faktor. Innerhalb klinischer Studien hat sich darüberhinaus eine sog. Bulky Disease (> 7.5 cm Durchmesser) als prognostisch relevant gezeigt. Eine Modifikation des IPI für Patienten mit Rituximab-Therapie („R-IPI“) hat sich nicht bewährt.

 

Aus praktischen Gründen werden Patienten mit niedrigem und niedrig-intermediärem Risiko häufig als Niedrig-Risiko-, Patienten mit intermediär-hohem und hohem Risiko oft als Hochrisiko-Patienten zusammengefasst. Um jedoch definitorische Verwirrung zu vermeiden, sollten Patienten mit niedrigem und intermediär-niedrigem Risiko besser als Patienten mit guter und Patienten mit intermediär-hohem und hohem Risiko als Patienten mit schlechter Prognose bezeichnet werden. Begriffe wie “limited-stage disease“, „early-stage disease“, „low-stage disease“, oder „localized disease“ sind weniger stringent definiert und deshalb wenig hilfreich.