Epidemiologie

Maligne Lymphome liegen mit einer jährlichen Inzidenz von ca. 15 Neuerkrankungen pro 100.000 auf Platz 5 der häufigsten bösartigen Erkrankungen. Aus noch nicht geklärten Gründen steigt ihre Inzidenz in den letzten Jahren deutlich an. 53% alle Lymphome weltweit werden in den entwickelten Ländern der westlichen Welt diagnostiziert. Charakteristisch für die geographische Verteilung der Lymphome ist die im Vergleich zu den indolenten Lymphomen geringe geographische Variation. In fast allen Regionen der Welt ist das diffus großzellinge B-Zell-Lymphom das häufigste Lymphom. Die Daten des Saarländischen Krebsregisters und der Norddeutschen Lymphomstudie zeigen, dass die Inzidenz maligner Lymphome bei Männern größer ist als bei Frauen (ca. 1:1,4), und dass die Inzidenz aller Lymphome altersspezifisch ansteigt.

 

Der in westlichen Ländern beobachtete Anstieg der Lymphom-Inzidenz ist nicht alleine durch die Verschiebung der Altersstruktur zu erklären. Inwieweit verbesserte Diagnostik und Erfassung dazu beitragen ist nicht quantifizierbar. Der Anstieg der Inzidenz der Lymphome ist beschränkt auf die Non-Hodgkin-Lymphome und hier insbesondere auf die diffus-großzelligen und follikulären Lymphome und betrifft die Hodgkin-Lymphome nicht. Auch wenn die Ursachen hierfür heute noch nicht erklärbar sind, ist von sorgfältigen Registererhebungen ein Aufzeigen möglicher Ursachen zu erwarten. Der im letzten Jahrzehnt beobachtete Anstieg HIV-assoziierter Lymphome ist rückläufig, da seit der Einführung hocheffektiver anti-retroviraler Kombinations-Therapien (HAART) in den westlichen Ländern AIDS-assoziierte Lymphome seltener auftreten.