Ätiologie

Bis auf das in westlichen Ländern nur extrem selten vorkommende T-Zell-Lymphom/Leukämie des Erwachsenen (ATL), das durch das humane T-Zell-Lymphom/Leukämie-Virus (HTLV) verursacht wird, und das in Afrika endemische Burkitt-Lymphom, das mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) assoziiert ist, sind die Ursachen von Lymphomen, die bei Patienten mit einem intakten Immunsystem entstehen, unbekannt. Patienten mit einem angeborenen oder erworbenen Immundefekt (z. B. AIDS) entwickeln wesentlich häufiger Lymphome als immunkompetente Individuen. Familiäre Häufungen sind bei den aggressiven Lymphomen nicht beschrieben, und aggressive Lymphome sind weder ansteckend noch erblich.

 

Aus Fallkontroll- sowie experimentellen Studien gibt es eine zunehmende Fülle von Daten, die darauf hinwiesen, dass:

  • Immunsuppression, Autoimmunerkrankungen und Immundysfunktionen bei den betroffenen Patientenpopulationen zu einem erhöhten Risiko für die Entstehung maligner Lymphome führen.
  • Virale und bakterielle Infketionen als Kofaktoren und/oder Auslöser an der Etnstehung maligner Lymphome beteiligt sind.
  • Exposition gegenüber spezifischen chemischen Noxen zu einer Erhöhung des Lymphomrisikos führen.
  • Zunehmend genetische Faktoren entdeckt werden, die mit der Entstehung von Lymphomen assoziiert sind.