Non-Hodgkin-Lymphome

Definition

Maligne Lymphome sind bösartige Erkrankungen, die aus Lymphozyten entstehen. Lymphozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die für die spezifische Immunabwehr verantwortlich sind. Man unterscheidet das Hodgkin-Lymphom und die große Gruppe der  übrigen Lymphome, der sogenannten Non-Hodgkin-Lymphome (NHL). In der westlichen Welt machen die aus den B-Lymphozyten entstehenden B-Zell-Lymphome 90% aller NHLs aus, 10% sind T-Zell-Lymphome. Sowohl innerhalb der B- als auch der T-Zell-Lymphome gibt es zahlreiche Subtypen. Klinisch und für die Therapiestrategie wichtig ist die Unterscheidung, ob es sich um langsam oder schnell wachsende Lymphome handelt. Die langsam wachsenden Lymphome wurden früher als niedrig-maligne, die schnell wachsenden als hochmaligne Lymphome bezeichnet. Heute spricht man eher von indolenten und aggressiven NHL.

 

Obwohl aggressive NHL unbehandelt innerhalb von wenigen Wochen zum Tod führen, sind sie sehr empfindlich auf Chemotherapie, und die Rate an endgültigen Heilungen ist wesentlich höher als bei den indolenten Lymphomen. Dies gilt insbesondere für den häufigsten NHL-Subtyp, das diffus-großzellige B-Zell-Lymphom („diffuse large B-cell lymphoma“ oder DLBCL). Andere aggressive B-Zell-NHL sind die Burkitt-Lymphome und eine Gruppe von B-NHL, die zwischen den DLBCL und Burkitt-Lymphomen einzuordnen sind und oft auch als Grauzonen-Lymphome bezeichnet werden. T-NHL sind fast ausnahmslos klinisch aggressiv und werden deshalb mit intensiven Chemotherapie-Schemata behandelt. Wegen der weiterhin unbefriedigenden Ergebnisse werden bei den T-NHL sogar bereits in der Erstbehandlung autologe und allogene Blutstammzell-Transplantation in Studien geprüft.

 

Für die genaue diagnostische Zuordnung eines Lymphoms sind das histologische (mikroskopische) Bild, und die durch Immunhistochemie oder Durchflusszytometrie mögliche Zuordnung zu einem NHL der B- oder T-Zell-Reihe entscheidend. Unter bestimmten Umständen können zur weiteren Unterteilung auch molekularpathologische Untersuchungen, z. B. des Gen-Expressionsprofils (GEP) oder auch zytogenetische Untersuchungen (zum Nachweis charakteristischer Chromosomenveränderungen der Lymphomzellen) notwendig werden.