Referenzstrahlentherapie

 

Nach der Einführung des monoklonalen CD20 Antikörper Rituximab („MabThera“) haben viele internationale Studiengruppen auf die Strahlentherapie als Teil ihrer Therapiestrategie verzichtet. Die DSHNHL war im Gegensatz zu diesen Studiengruppe der Meinung, dass ein Wegfall der Strahlentherapie nur unter kontrollierten Bedingungen, d.h. im Rahmen von prospektiven Studien erfolgen darf. Tatsächlich zeigten die Ergebnisse der RICOVER-noRTh, dass ein Verzicht auf die Bestrahlung von großen Tumormassen („bulky disease“) und bestimmte extralymphatische Lymphombefälle (z. B. Knochen) die Heilungsrate der entsprechenden Patienten senkt; die UNFOLDER-Studie, die Patienten mit Bulk und/oder extralymphatischen Befall nach Erreichen einer Remission durch Immunochemotherapie in eine Strahlentherapie oder Beobachtung randomisierte, zeigte, dass der Wegfall der Strahlentherapie ebenfalls zu einem überraschend so viel schlechteren ereignisfreien Überleben führt, dass die Arme ohne Strahlentherapie in der UNFOLDER-Studie frühzeitig geschlossen werden mussten. In der OPTIMAL>60 Studie prüft die DSHNHL derzeit, ob es möglich ist, auf die Strahlentherapie bei den Patienten zu verzichten, die nach einer Immunochemotherapie in kompletter metabolischer Remission sind (d.h. ein „negatives PET“) haben, ohne ihre Heilungsrate zu senken.

 

Die Strahlentherapie bleibt also eine etablierte Behandlungsmodalität bei aggressiven Lymphomen. Sie erfordert allerdings einen hohen technischen Standard und große Erfahrung in der Planung und Durchführung. Um die Qualität der Strahlentherapie in den DSHNHL-Studien zu sichern, hat die DSHNHL ein strahlentherapeutisches Referenzzentrum eingerichtet. Für jeden Studienpatienten wird ein individueller Bestrahlungsvorschlag erstellt und die Durchführung der Bestrahlung im Verlauf kontrolliert.

 

Das strahlentherapeutische Referenzzentrum der DSHNHL wird von Professor Christian Rübe (Universität des Saarlandes) geleitet. Für Patienten, die entsprechend den jeweiligen Studienprotokollen für eine Strahlentherapie qualifizieren, werden von der Referenzstrahlentherapie prospektive Bestrahlungsvorschläge erstellt. Darüber hinaus nimmt ein strahlentherapeutisches Referenz-Panel, dem außer Prof. Rübe noch Prof. Schmidberger (Univ. Mainz) und Frau Prof. Engelhardt (Univ. Essen) angehören,  Qualitätsbeurteilungen der durchgeführten Radiotherapie vor.

 

Die Strahlentherapie in den DSHNHL-Studien setzt eine durch eine qualitativ hochwertige Bildgebung belegte Stadieneinteilung („Staging“) voraus, um eine optimale Bestrahlungsplanung zu gewährleisten. Die Studienzentren sind aufgefordert, vor Beginn der Therapie die gesamte Schnittbilddiagnostik nach Homburg zu schicken. Es erfolgt dann die Beurteilung der bildgebenden Diagnostik durch das Radiologie-Panel (s. dort), das seine Beurteilung an das strahlentherapeutische Referenzzentrum in Homburg weiterleitet, wo dann die Bestrahlungsindikation noch einmal überprüft und ein individueller Bestrahlungsvorschlag erarbeitet wird. Nach Abschluss der Strahlentherapie werden die Bestrahlungspläne, Simulations- und Feldkontrollaufnahmen an die Referenzstrahlentherapie in Homburg gesandt und im Hinblick auf ihre Qualität beurteilt.

 

Insbesondere die neue Radiotherapie des Involved-Node-Zielvolumens, das im Gegensatz zur Involved-Field-Strategie nicht eine gesamte Lymphknotenregion, sondern nur die befallenen Lymphknoten einschließt bedarf einer aufwendigen und detaillierten Bestrahlungsplanung.

 

Ein Expertenpanel analysiert nach Abschluss der Radiotherapie die Qualität der durchgeführten Involved-Node-Radiotherapie im Hinblick auf die vollständige Erfassung des empfohlenen Bestrahlungsvolumens, applizierte Strahlendosis, Gesamtbehandlungszeit sowie technische Bestrahlungsparameter. 

 

 

Aufgaben der Referenzstrahlentherapie

 

  1. Beratung der Strahlentherapeutischen Kliniken und Praxen bei der Bestrahlungsplanung und –durchführung,
  2. Beurteilung der durchgeführten Strahlenbehandlung anhand der eingesandten Bestrahlungspläne, Simulations- und Feldkontrollaufnahmen,
  3. Entwicklung nationaler und internationaler Standards zum Einsatz der

Leitung

Prof. Dr. med. Christian Rübe

 

Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie

Universität des Saarlandes

Kirrberger Str. 100

Gebäude 6.5

D - 66421 Homburg


Telefon: +49 6841-162-4606

Telefax: +49 6841-162-4699

e-Mail: christian.ruebe@uks.eu

 

Strahlentherapeutische Konsilarärzte

Dr. med. C. Berdel

 

Oberarzt

Klinik und für Strahlentherapie und Radioonkologie

Universität des Saarlandes

 

Telefon: +49 6841/162-4821

Telefax: +49 6841/162-4819

e-Mail: christian.berdel @uks.eu

 

Dr. med. J. Fleckenstein

 

Geschäftsführender Oberarzt

Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie

Universität des Saarlandes

 

Telefon: +49 6841/16-24863

Telefax: +49 6841/16-24652

e-Mail: jochen.fleckenstein@uks.eu

 

 

Radiotherapeutisches Experten Panel

Prof. Dr. med. Heinz Schmidberger

 

Universitätsmedizin Mainz
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Langenbeckstraße 1
D - 55131 Mainz

 

Telefon: +49 6131 17-3851 

Telefax: +49 6131 17-6420

 

 

 

 

Prof. Dr. med. Marianne Engelhardt

Oberärztin

Universitätsklinikum Essen

Hufelandstr. 55

D - 45147 Essen

 

Telefon: +49 201 723-2320

Telefax: +49 201 723-5960

e-Mail: marianne.engelhard@uni-essen.de